Mittwoch, 30. August 2017

(M)Eine Geschichte

Wo beginnen Geschichten? Manchmal steckt man einfach mittendrin und weiß gar nicht wie man hingeraten ist. So muss es mir mit meinem Leben gegangen sein. Zumindest erinnere ich mich nicht mehr an den Anfang.

Ich hatte sicherlich keine schwere Kindheit. Vielleicht ein ungewöhnliche durch meine Pflegeschwester, die in unsere Familie kam, als ich 6 Jahre alt wurde. Das gab hier im Ort damals allerlei Anlaß für Vermutungen, meine Mutter hätte ein Kind aus einer füheren Beziehung, das sie ins Heim gegeben hatte, jetzt zurückgeholt habe. Aber das berührte uns nur am Rande. Ich war damals stolz, dass meine Eltern diesen Schritt wagten und für ihre Überzeugung einstanden 'Wenn man die Welt verändern will, muss man bei den Kindern anfangen.' Leider hat alles immer zwei Seiten und so geriet besonders meine Mutter an ihre Grenzen. Mein Vater zog sich immer mehr in seine Arbeit zurück. Da er in der Gastronomie tätig war und die Stadthalle als Geschäftsführer leitete, fiel ihm das auch nicht schwer.

Da ich immer ein sehr sensibles Kind war, ertrug ich die Situation nur schwer und war bemüht, meiner Mutter so gefällig wie nur möglich zu sein. Meine Freunde waren Mozart und Hayden, Und natürlich Madita und ihre Schwester. Ich träumte mich nach Bullerbü, wo die Welt so in Ordnung schien. So war es nur natürlich, dass ich mich von Königin Silvia habe adoptieren lassen wollen. Sie vereinte damals meinen Wunsch nach einem kleinen Bruder, meiner Vorstellung eine Prinzessin zu sein und Büllerbü. Ob sie den Brief jemals gelesen hat, wage ich heute zu bezweifeln. Aber immerhin erhielt ich Post aus dem schwedischen Königshaus mit einem höflichen Dank für das zu erwartende Baby. Was muss meine Mutter gedacht haben? Ich habe sie das nie gefragt. Weil ich noch keine Kinder hatte als sie starb. Als meine Tochter 10 Jahre alt war, hätte ich die Vorstellung entsetzlich gefunden, dass sie woanders als bei mir hätte leben wollen.

Es war nicht so, dass ich keine Freunde gehabt hätte. Die hatte ich. Aber irgendwie fühlte ich mich immer außerhalb. Meine Gedanken konnte ich nicht wirklich teilen. Denn Unverständnis war für mich Ablehnung und die konnte ich noch weniger ertragen. Also hielt ich mich selbst zurück, engagierte mich in der Kirche. Aber auch aus dieser Enge musste ich regelrecht fliehen. Wo war diese bedingunglose Liebe, von der ich hörte und las? Überall gab es Normen und Regeln. Ich entdeckte für mich eine so große Wahrheit und wurde dafür belächelt. War meine Schwester revolutionär, so war ich ruhig und angepaßt. Ich wollte keinen Aufruhr. Ich wollte, dass die Menschen das Geschenk verstehen. Für mich war da soviel Erlösung. Und warum lachten sie mich aus?  Ich wurde als süß und naiv abgestempelt. Ein wenig lebensuntüchtig halt.
So habe ich mich eben akzeptiert.

Dann starb meine Mutter. Und ich habe ihre Rolle übernommen.  Habe ihr Haus übernommen, ihren Sohn erzogen und ihre Freunde besucht.

Es war ein weiter Weg aus ihren Fußstapfen. Aber ich habe es geschafft. Mit wunderbaren Menschen auf manchmal wundersamen Wegen.
Meim Kinder, meine Engel, haben mich geleitet. Jedes auf seine Weise. Sie brachten mich zurück zu mir. Meine Spiritualität war auf  einmal selbstverständlich. Ich habe meine Gedanken niedergeschrieben, habe meine Wahrheit erzählt. Ungeachtet der Reaktionen.





Und dann kam an einem Sonntagvormittag unverhofft und überraschend etwas in mein Leben, das mir Gemeinschaft schenkt. Freundschaft, Hingabe und eine Synergie, die ich dort niemals für möglich gehalten habe. Und auch nicht gesucht. Diese Energie hat mich gefunden. Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Ein Lebenskonzept, dass mich auf allen Ebenen abholt und gesunden läßt. Dort sind Menschen, denen ich mich verbunden fühle, die strahlen und wo Wunder absolut normal sind..

Energie folgt der Aufmerksamkeit - ich erlebe es gerade! Und weiß meine Freude und meine Dankbarkeit nicht in Worte zu fassen. Grandios,  wi8e schöpferisch unsere Aufmerksamkeit ist.
Ich fange an, bedingunglose Liebe zu erleben und zu leben. Anders als ich das je vermutet hätte. Aber es funktioniert. Von Mensch zu Mensch.

Ich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht...




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