Mittwoch, 22. Dezember 2010

An die Freude

Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken
Himmlische, dein Heiligtum.
Deine Zauber binden wieder,
Was der Mode Schwert geteilt;
Bettler werden Fürstenbrüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.

Chor

Seid umschlungen, Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder - überm Sternenzelt
Muß ein lieber Vater wohnen.

Wem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein;
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja - wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wers nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund!

Chor

Was den großen Ring bewohnet,
Huldige der Sympathie!
Zu den Sternen leitet sie,
Wo der Unbekannte thronet.

Freude trinken alle Wesen
An den Brüsten der Natur,
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.
Küsse gab sie uns und Reben,
Einen Freund, geprüft im Tod.
Wollust ward dem Wurm gegeben,
Und der Cherub steht vor Gott.

Chor

Ihr stürzt nieder, Millionen?
Ahndest du den Schöpfer, Welt?
Such ihn überm Sternenzelt,
Über Sternen muß er wohnen.

Freude heißt die starke Feder
In der ewigen Natur.
Freude, Freude treibt die Räder
In der großen Weltenuhr.
Blumen lockt sie aus den Keimen,
Sonnen aus dem Firmament,
Sphären rollt sie in den Räumen,
Die des Sehers Rohr nicht kennt.

Chor

Froh, wie seine Sonnen fliegen,
Durch des Himmels prächtgen Plan,
Laufet, Brüder, eure Bahn,
Freudig wie ein Held zum Siegen.

Aus der Wahrheit Feuerspiegel
Lächelt sie den Forscher an.
Zu der Tugend steilem Hügel
Leitet sie des Dulders Bahn.
Auf des Glaubens Sonnenberge
Sieht man ihre Fahnen wehn,
Durch den Riß gesprengter Särge
Sie im Chor der Engel stehn.

Chor

Duldet mutig, Millionen!
Duldet für die beßre Welt!
Droben überm Sternenzelt
Wird ein großer Gott belohnen.

Göttern kann man nicht vergelten,
Schön ists, ihnen gleich zu sein.
Gram und Armut soll sich melden,
Mit den Frohen sich erfreun.
Groll und Rache sei vergessen,
Unserm Todfeind sei verziehn,
Keine Träne soll ihn pressen,
Keine Reue nage ihn.

Chor

Unser Schuldbuch sei vernichtet!
Ausgesöhnt die ganze Welt!
Brüder - überm Sternenzelt
Richtet Gott, wie wir gerichtet.

Freude sprudelt in Pokalen,
In der Traube goldnem Blut
Trinken Sanftmut Kannibalen,
Die Verzweiflung Heldenmut - -
Brüder, fliegt von euren Sitzen,
Wenn der volle Römer kreist,
Laßt den Schaum zum Himmel sprützen:
Dieses Glas dem guten Geist.

Chor

Den der Sterne Wirbel loben,
Den des Seraphs Hymne preist,
Dieses Glas dem guten Geist
Überm Sternenzelt dort oben!

Festen Mut in schwerem Leiden,
Hülfe, wo die Unschuld weint,
Ewigkeit geschwornen Eiden,
Wahrheit gegen Freund und Feind,
Männerstolz vor Königsthronen -
Brüder, gält es Gut und Blut, -
Dem Verdienste seine Kronen,
Untergang der Lügenbrut!

Chor

Schließt den heilgen Zirkel dichter,
Schwört bei diesem goldnen Wein:
Dem Gelübde treu zu sein,
Schwört es bei dem Sternenrichter!

Rettung von Tyrannenketten,
Großmut auch dem Bösewicht,
Hoffnung auf den Sterbebetten,
Gnade auf dem Hochgericht!
Auch die Toten sollen leben!
Brüder trinkt und stimmet ein,
Allen Sündern soll vergeben,
Und die Hölle nicht mehr sein.

Chor

Eine heitre Abschiedsstunde!
Süßen Schlaf im Leichentuch!
Brüder - einen sanften Spruch
Aus des Totenrichters Munde


Ich habe es sicher schon mal eingestellt. Aber kann es nicht oft genug lesen oder hören?

In Freude hören wir auf zu urteilen. In Freude können wir verzeihen, lieben und frei sein! Und was braucht's mehr fürs Paradies hier auf Erden?

Sonntag, 19. Dezember 2010

Immortal Beloved

... wieso habe ich den Film eigentlich noch nie gesehen?



Ich wünsche uns allen eine(n) Immortal Beloved!


Die Liebe hat so viele Gesicht und doch nur ein Herz. Sie ist überall anwesend, breitet sich nach allen Seiten aus. Und soll sie verstoßen werden, wird sie krank. Sie ist nicht abzustellen - weder aus Vernunftsgründen noch aus moralischen. Sie überdauert, hält aus, stimmt ein, erinnert, wühlt auf, beruhigt, sprudelt über und wiegt in den Schlaf. Die Liebe ist der gute Boden auf dem Leben erwächst.
Und sie auszusperren ein tödliches Verbrechen an uns selbst. Hat die Liebe einmal berührt, bleibt sie. Vielleicht ändert sie sich oder verändert die Facetten, aber sie bleibt als Liebe bestehen. Ewiglich und fest!

Und sie beginnt immer bei Dir!

Dienstag, 14. Dezember 2010

Mein 3. Advent






















Meine Freundin - die allerliebste, die es gibt! ;-) - hat mich nach Heiligendamm eingeladen. Es war der schönste, tiefste, ehrlichste, genussreichste, aufregendste, kulturellste, tränenreichste, lustigste Advent ever...

Ich habe den Luxus dort nicht festgehalten. Es ist alles, wie im Prospekt beschrieben - nur noch besser! ;-)
Aber ich habe inmitten der Schönheit und des Genusses dort soviel anderes noch gefunden...

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Schein heilig

... sind wir alle. Wir alle tragen unseren Heiligenschein - mal mit Würde und mal, weil der Schrank zu voll ist, ihn dort abzulegen.

Und ich trage ihn heute genau aus diesem Grund! Mein Schrank ist überfüllt. Überfüllt mit alldem, was ich da schnell mal reinstopfen mußte heute, wozu ich keine Zeit und Lust hatte, es zusammenzulegen und zu ordnen. Da fliegt heute soviel drin rum, dass es mir schwer fällt, das, was ich grad bräuchte, zu finden.
Und der Heiligenschein wiegt heute doppelt viel. Eigentlich geht er mir heute total auf die Nerven. Ob ich ihn mal auf dem Tisch ablegen darf? Ja? DANKE! Puh...

So, und nun mal so ganz ohne Heiligenschein mit einem ungeordneten Schrank (der in echt mein Kopf ist).

Irgendwie ungewohnt so nackt auf dem Kopf! Aber was soll's... Also so ohne Heiligenschein bin ich ganz schön sauer heute.
Und jetzt mach ich's mal wie andere und lasse mich hier mal so richtig öffentlich aus! Ganz genau! (Klar, nur weil der Heiligenschein auf dem Tisch liegt. Sonst natürlich nicht!!!) Ich bin nämlich sauer auf mich - aber sowas von!!!! Ob Ihr's glaubt oder nicht... ich lerne es nie!!! Immer wieder lass ich mich auf Diskussionen ein bzw. verwüste meinen Kopf wegen Menschen, die... ja, die... mir was nochmal spiegeln???? Genau Dreistigkeit, Egozentrik, Geltungssucht, Profilneurosen, Selbstgefälligkeit und noch einiges mehr.
Also hätte ich jetzt meinen Heiligenschein auf, würde ich gleichmütig damit umgehen, würde es lächelnd annehmen und sehen, was es für mich zu lernen gibt.

Aber jetzt brauch ich das ja nicht. :-))) Jetzt darf ich mal so richtig vom Leder ziehen. Wenn ich schlecht erzogen wäre, würde ich jetzt echt Namen nennen. Aber nee, DAS geht dann doch zu weit. Und so groß ist meine Profilneurose nicht, so egozentrisch bin ich nicht. Außerdem habe ich mir erlaubt, authentisch zu sein.
Na gut, manchmal vielleicht nicht. Muss ja nicht jeder meine schlechte Laune ertragen müssen.... Aber halt - außerdem...

Habt Ihr das auch schon erlebt? Wenn ich schlechte Laune habe oder traurig bin, schreib ich das hier als Lehre auf - und schwupps geht es mir besser! Das funktioniert großartig. Das ist wie in den Laden zu gehen und von einer Verkäuferin freundlich angelächelt zu werden. Ist doch auch schon egal, ob sie mir aus tiefstem Herzen einen guten Tag wünscht. Ich lächel zurück - und schon ist wieder ein wenig Sonne da. Das ist echt ein guter Trick! Schreibt hier alles Liebenswürdige und schwupps fühlt Ihr Euch besser. Die schlechte Laune, die findet auch woanders ihren Platz... Die könnt Ihr woanders niederschreiben oder -legen.

Seht Ihr - schon bin ich gar nicht mehr böse auf mich.

Deshalb setz ich meinen Heiligenschein wieder auf und lächel weiter in die Welt! (... und den Kleiderkopf...äh schrank räum ich auch gleich mal ein bißchen auf)