Donnerstag, 30. September 2010

Über die Geduld

Man muss den Dingen die eigene, stille ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann,
alles ist Austragen – und dann Gebären...



Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte.



Er kommt doch!



Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos, still und weit...



Man muss Geduld haben.



Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben, wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.



Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antworten hinein.


Rainer Maria Rilke

... immer noch nix...


Nach dem ersten (und hoffentlich letzten) Fehlalarm tut sich nichts. Der süße kleine Kerl liegt nuckelnd im warmen Bauch seiner wunderschönen Mama.

Ehrlich gesagt, kann ich ihn gut verstehen... :-))

Aber bald - spätestens am Montag. Man läßt ihm nur ganze 5 Tage 'Bummelei'...

Dann hat das Warten ein Ende und ich freue mich auf sein Schmatzen am anderen Ende am Telefon, bevor wir dann endlich nach Paris fahren.

Also dieses Tantewerden, das bringt mich aber sowas von durcheinander. Meine kleine Schwester... Neulich fand ich sie noch ziemlich anstrengend mit ihrer Schreierei, dem Lockenkopf und den Krachledernen (weil kein Baum sicher war vor ihr). Hatte sie keine Lust mehr zum Spazierengehen, setzte sie sich einfach auf den Weg und schrie. Meine Eltern sind natürlich pädagogisch weitergegangen und haben bzw. wollten den Schreihals sitzen lassen und ignorieren. Aber mal nicht, wenn ich die große Schwester bin. Unerhört!!! Ich kannte meine dickschädelige Schwester - sie säße da heute immer noch. ;-))) Na, zum Glück konnte ich Einfluss nehmen auf meine Eltern. (... und weiß jetzt wieso sie immer sauer auf mich waren und mit den Augen gerollt haben.)

Tja, und was passierte? Meine Tochter ähnelt ihrer Tante doch sehr. - Wird mein Neffe jetzt wie ich? Also, das wär unfair. Denn ich war ein sehr zauberhaftes ruhiges Kind - ein Sonnenschein sozusagen. ;-))) Jedenfalls für Mütter, die auf blonde Prinzessinnenmädchen stehen. Für unsere Mutter war ich wohl eher eine Herausforderung... Sie wollte nämlich 4 Jungs haben.


So, und nun warte ich brav weiter...


Foto: Maren Grosjean

Freitag, 24. September 2010

...

... wir warten immer noch *trommel*

Ich hätte ja niiiie gedacht, dass es soooo aufregend und anstrengend sein wird, Tante zu werden.

Dienstag, 21. September 2010

... und plötzlich ist da Frieden. Aufeinmal ist alles ruhig und klar wie ein Bergsee. Der Verstand geht schwimmen im Wasser der Ruhe. ... und genießt! Fügt sich ein in das Wissen und entspannt.

Wahrhaftig warhnehmend und nicht mehr denkend.

Und all die Irrungen und Wirrungen das Alltäglichen finden keinen tieferen Weg mehr ins Sein. Sie finden statt und werden höchst belustigt, durchaus auch verärgert erlebt. Immerhin liegt im Schatten einer reicher Gewinn.

Aber das Dahinter - das ruht und genießt...


Alles ist gut - so wie es ist. Und so ist auch im größten Chaos das System der Liebe erkennbar. - Wunderbar!

Phlegmatische Grüße :-)
Anke

Sonntag, 19. September 2010

Bald



... ganz bald kommt der kleine Swann. Und ich habe nun auch endlich ein 10 kg schweres Paket gepackt. Gefüllt mit lauter Erinnerungsstücken - roter Cordhose, Jeans, heißgeliebtem Anorak, Fellsack (noch heißgeliebter, weil Kind nur darin schlief) und natürlich der gestrickten Decke, einer handmade Hülle für die kleine Wärmflasche, Sommerhöschen, Strampler, Schühchen und gaaaaaaanz viel Liebe!

Hoffentlich kommt das Paket noch vor dem kleinen Prinzen in Frankreich an... ;-))
Aber es kam ja nun auch alles sehr plötzlich - so wie Weihnachten und alle Geburtstage... tse...

Aufgeregte Grüße,
Anke

Samstag, 18. September 2010

Albert's Leitsatz....

Ich muss dieses Wochenende mit meiner Tochter das Leben von Albert Schweitzer lernen. Ein Mann, von dem ich wohl gehört, mit dem ich mich aber nie beschäftigt habe.

Tja, da muss man eben die Kinder in die Schule schicken, damit man solche wunderbaren Worte liest...

'Ich bin Leben, das leben will, inmitten des Leben, das leben will.'

Ich finde diesen Satz einfach... alles aussagend, eine Hommage an mein Leben, einen großen Respekt vor Dir und allem, was mich umgibt, es setzt Grenzen, macht die Unendlichkeit deutlich und läßt mein Herz hüpfen...
Ich fand vieles in seinem Lebenslauf, was mir vertraut war.

Ich glaub, ich hätte ihn gern zum Freund gehabt. ;-))

Lebendige Grüße
Anke

Wie bitte?

Du leidest? - Woran? - An Dir?

Dann ändere Dich, ändere Deine Einstellung bzw. Deine Hinstellung. Dreh Dich, beweg Dich, umkreise und bleib an günstigerer Stelle stehen. Bleib nicht dort, wo Du bist, denn dort leidest Du doch, oder?

Geh auf die Suche, verändere die Position. Lass die Würfel neu fallen.

Und lass Dich endlich mal überraschen! Echt! Wag es doch mal! Wenn es nicht klappt, kannst Du es Dir immer noch wieder an alter gewohnter Stelle wieder bequem machen.

Aber wag den ersten Schritt, lass das Wunder geschehen.

Wie? Der Schritt war schmerzhaft? - Na, wie denn auch nicht. Du bist einfach nur eingerostet in Deinem Leid. Oder hast Du Angst vor Schmerzen? Dann bleib stehen und leide weiter...

Aber vergiss nicht, dass es Deine Entscheidung ist dort zu verharren.


Ich wünsche uns allen ein mutiges Wochenende und krachende Knochen... ;-)

Mittwoch, 1. September 2010

Mein Zauberkind


... wird in einer halben Stunde 11 Jahre alt.

Unser einzig geplantes Kind. ;-)) Und von der ersten Sekunde an hat er mich verzaubert. Die Zeit blieb stehen als ich in seine wissenden Augen sah.

Und wie sagte er heute: 'Ich bin froh, dass meine Seele zu mir wollte.' ;-)) Ja, mein Schatz, das bin ich auch! Und wie! Du hast mich so oft an Grenzen geführt, Grenzen meiner Nerven, meiner Liebe und meiner Geduld. Weil Du statt Jeans und Pullover lieber ein orangefarbenes Shirt über einem weinrot-blauem Fleecepullover anziehen wolltest und am liebsten zwei verschiedene Socken im Kindergarten trugst. Weil Du der Erzieherin erklärtest, dass Du nicht abwaschen müßtest, weil das schließlich Frauenarbeit sei. Auch meintest Du im Kindergarten darum zu bitten, dass sie dort bitte Deine Handschuhe waschen könnten, weil ich keine Lust dazu hätte. Du hast nicht nur mich zu Tränen gerührt, als Du anfingst zu singen, dass Deine Mama so wundervoll sei (vor laufender Kamera), weil sie mit Dir immer Fleischklößchen macht, anstatt wie geplant die Nachrichten zu sprechen. Ich war nicht nur einmal in der Schule, um mich zu fragen, wieso niemand mit Dir spielen wollte. Und jedesmal in verwirrte Augen sah, weil Du immer mit Kindern gespielt hast egal wie alt, beliebt oder nicht.

Du hst Dich damals so sehr auf die Schule gefreut. Und wie fürchterlich war es, mit anzusehen, wie schlecht es Dir dort ging, weil es laut und unfair zuging. Du fingst an, das Leid der Welt auf Deinen Schultern zu tragen mit Deiner Ernsthaftigkeit und Deiner Weisheit, die dort in der Schule wenig Platz und Raum fand. Aber das ist vergangen und vorbei.

Du bist ein großes Geschenk! Und ich bin wirklich sehr dankbar, dass ich Deine Mama sein darf.

Es liegt so viel in Dir und ich bin sehr gespannt auf das, was Du uns noch präsentieren wirst. In kleinen Nebensätzen erzählst Du eben mal die Mysterien der Welt, die für Dich so klar und offensichtlich sind.
Und trotzdem bist Du wieder fröhlich, hilfsbereit, dankbar und frech. Du zauberst immer ein Lächeln auf mein Gesicht!

Und ich weiß, dass Du jetzt am richtigen Ort bist. Deine Schulordnung ist gerahmt in: Andersein der anderen akzeptieren, Umwelt schützen und bewahren, Menschenrechte für alle verwirklichen, Armut und Elend bekämpfen. Dort bist Du richtig.
Ich hoffe, Du kannst dort lernen, stark genug zu werden, dafür einzustehen. Alles andere lernst Du so nebenbei... ;-)))

Und gleich ist der 2. September - Du schläfst und ich wache. Genau wie vor 11 Jahren, als ich vor Aufregung vor der Narkose nicht schlafen konnte. Und wieso auch immer die Narkose nicht so gewirkt hat, wie sie sollte, durfte ich Deinen ersten Schrei hören. Und Du hast mein Herz im Sturm erobert, mich zu Menschen geführt, die so wichtig für mich waren und sind. Aber in erster Linie hast Du mich zu mich geführt. Dafür danke ich Dir aus tiefstem Herzen. Nun darfst Du Deinen Weg gehen, ohne Angst um mich. Denn nun weißt Du hoffentlich, dass ich allein weitergehen kann.

Es ist einfach schön, Dich bei mir zu wissen. Und Deine kleinen Zettel liebe ich auch. ;-))

Also, mein großer Schatz, ich hab Dich von ganzem Herzen lieb! Dich und Deine Seele ;-)))

PS: Fotos sind alle futsch, weil Festplatte defekt. Also keine Fotos :-((( (ein älteres hab ich noch gefunden)