Mittwoch, 30. August 2017

(M)Eine Geschichte

Wo beginnen Geschichten? Manchmal steckt man einfach mittendrin und weiß gar nicht wie man hingeraten ist. So muss es mir mit meinem Leben gegangen sein. Zumindest erinnere ich mich nicht mehr an den Anfang.

Ich hatte sicherlich keine schwere Kindheit. Vielleicht ein ungewöhnliche durch meine Pflegeschwester, die in unsere Familie kam, als ich 6 Jahre alt wurde. Das gab hier im Ort damals allerlei Anlaß für Vermutungen, meine Mutter hätte ein Kind aus einer füheren Beziehung, das sie ins Heim gegeben hatte, jetzt zurückgeholt habe. Aber das berührte uns nur am Rande. Ich war damals stolz, dass meine Eltern diesen Schritt wagten und für ihre Überzeugung einstanden 'Wenn man die Welt verändern will, muss man bei den Kindern anfangen.' Leider hat alles immer zwei Seiten und so geriet besonders meine Mutter an ihre Grenzen. Mein Vater zog sich immer mehr in seine Arbeit zurück. Da er in der Gastronomie tätig war und die Stadthalle als Geschäftsführer leitete, fiel ihm das auch nicht schwer.

Da ich immer ein sehr sensibles Kind war, ertrug ich die Situation nur schwer und war bemüht, meiner Mutter so gefällig wie nur möglich zu sein. Meine Freunde waren Mozart und Hayden, Und natürlich Madita und ihre Schwester. Ich träumte mich nach Bullerbü, wo die Welt so in Ordnung schien. So war es nur natürlich, dass ich mich von Königin Silvia habe adoptieren lassen wollen. Sie vereinte damals meinen Wunsch nach einem kleinen Bruder, meiner Vorstellung eine Prinzessin zu sein und Büllerbü. Ob sie den Brief jemals gelesen hat, wage ich heute zu bezweifeln. Aber immerhin erhielt ich Post aus dem schwedischen Königshaus mit einem höflichen Dank für das zu erwartende Baby. Was muss meine Mutter gedacht haben? Ich habe sie das nie gefragt. Weil ich noch keine Kinder hatte als sie starb. Als meine Tochter 10 Jahre alt war, hätte ich die Vorstellung entsetzlich gefunden, dass sie woanders als bei mir hätte leben wollen.

Es war nicht so, dass ich keine Freunde gehabt hätte. Die hatte ich. Aber irgendwie fühlte ich mich immer außerhalb. Meine Gedanken konnte ich nicht wirklich teilen. Denn Unverständnis war für mich Ablehnung und die konnte ich noch weniger ertragen. Also hielt ich mich selbst zurück, engagierte mich in der Kirche. Aber auch aus dieser Enge musste ich regelrecht fliehen. Wo war diese bedingunglose Liebe, von der ich hörte und las? Überall gab es Normen und Regeln. Ich entdeckte für mich eine so große Wahrheit und wurde dafür belächelt. War meine Schwester revolutionär, so war ich ruhig und angepaßt. Ich wollte keinen Aufruhr. Ich wollte, dass die Menschen das Geschenk verstehen. Für mich war da soviel Erlösung. Und warum lachten sie mich aus?  Ich wurde als süß und naiv abgestempelt. Ein wenig lebensuntüchtig halt.
So habe ich mich eben akzeptiert.

Dann starb meine Mutter. Und ich habe ihre Rolle übernommen.  Habe ihr Haus übernommen, ihren Sohn erzogen und ihre Freunde besucht.

Es war ein weiter Weg aus ihren Fußstapfen. Aber ich habe es geschafft. Mit wunderbaren Menschen auf manchmal wundersamen Wegen.
Meim Kinder, meine Engel, haben mich geleitet. Jedes auf seine Weise. Sie brachten mich zurück zu mir. Meine Spiritualität war auf  einmal selbstverständlich. Ich habe meine Gedanken niedergeschrieben, habe meine Wahrheit erzählt. Ungeachtet der Reaktionen.





Und dann kam an einem Sonntagvormittag unverhofft und überraschend etwas in mein Leben, das mir Gemeinschaft schenkt. Freundschaft, Hingabe und eine Synergie, die ich dort niemals für möglich gehalten habe. Und auch nicht gesucht. Diese Energie hat mich gefunden. Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Ein Lebenskonzept, dass mich auf allen Ebenen abholt und gesunden läßt. Dort sind Menschen, denen ich mich verbunden fühle, die strahlen und wo Wunder absolut normal sind..

Energie folgt der Aufmerksamkeit - ich erlebe es gerade! Und weiß meine Freude und meine Dankbarkeit nicht in Worte zu fassen. Grandios,  wi8e schöpferisch unsere Aufmerksamkeit ist.
Ich fange an, bedingunglose Liebe zu erleben und zu leben. Anders als ich das je vermutet hätte. Aber es funktioniert. Von Mensch zu Mensch.

Ich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht...




Freitag, 18. August 2017

10 Jahre

können ganz schön viel sein. Das habe ich gestern festgestellt, als ich ein Foto fand, das aufgenommen wurde, als ich die Kinesiologie Ausbildung gemacht habe.
Ein Freundin von mir hat ein Kind mit Sonderausstattung, wie sie es immer liebevoll sagt. Die Kleine ist jetzt 4 Jahre alt und hatte am Samstag einen Atemstillstand. Aus heiterem Himmel. Ich kann nur ahnen, welche Ängste bei ihr hochkamen, die sie ständig begleiten.
Da wir uns eh zum Kaffee verabredet hatten, habe ich ihr angeboten, eine Ablösung zu machen. Auch wenn ich schon ziemlich lange aus dem Thema bin, wollte ich ihr gern helfen. Und so durchforstete ich meine Tasche. Und fande ein wirklich schlimmes Foto! Ich war so erschrocken - das ist 10 Jahre alt. Ich war gerade 40 Jahre alt, meine Tochter 5 und ich sehe so entsetzlich traurig aus!

Zum Glück habe ich so viel erkennen und kennenlernen dürfen! Dankbarkeit ist mein ständiger Begleiter. Altes ist abgeschlossen und ich habe gelernt, dem Leben zu vertrauen. Und je tiefer dieses Vertrauen wird, umso mehr Leichtigkeit kann ich leben.

Gerade implodiert mein altes Leben bzw. unser Leben. Und manchmal hadere ich kurz mit Dingen bzw. Menschen, auf die ich keine Einfluss habe.

Aber: Nur weil ich das Geschenkt noch nicht sehe, ist es dennoch da!

Und so bin ich so gespannt, was noch geschieht. Ich freu mich drauf. Jeden Tag aufs Neue.

Habt einen wunderschönen Tag




Sonntag, 13. August 2017

Und plötzlich...

sitze ich hier nach so langer Zeit mal wieder, schreibe zwei Worte in die Überschriftzeile und warte mal ab... warte ab, ob und was mir so einfällt. Bzw. was gerade wichtig ist. Es ist so viel passiert in diesem letzten Jahr. Ich habe 25 kg Fett verloren und ein neues Lebensgefühl gewonnen. Das ist sichtbar. Aber das. was damit zusammenhängt, ist nicht sichtbar. Jedenfalls nicht auf den ersten Blick.
Wir hatten 8 süßeste Hundewelpen, was uns in alle Richtungen an Grenzen gebracht hat.
Ach, ich habe nach 20 Jahren den Weg zurück ins Berufsleben gewagt.
Ich habe alte Freunde verloren und neue gewonnen.
Nach fast 21 Jahren darf mein Mann neue berufliche Wege gehen.

Kurzum: Unser Leben steht/stand kopf. Und das alles hat mich nicht geschüttelt und aus der Bahn geworfen. Im Gegenteil hat es mich neugierig gemacht und macht es noch. Denn auch wenn in einigen Bereichen Ziele klar gesteckt sind, bin ich gespannt, wohin uns die Reise führen wird.

Habt Ihr Lust mich zu begleiten? Ich würde mich freuen.

Womit wollen wir starten? Das letzte Jahr war elementar. Ich bin 50 geworden. Und das ohne Jammern und Falten. Hey, das darf nicht unter den Tisch fallen! ;-) Also... Abnehmen? Hunde? Beruf? - womit fangen wir an?

Habt noch einen schönen Restsonntag. Wir planen mit ein paar lieben Menschen eine große Sommerparty. Ich hoffe, der Sommer findet auch Zeit für uns...




Donnerstag, 11. August 2016

Die Welt steht Kopf - oder?

So oft lese ich in den letzten Wochen und Monaten, die Welt stehe Kopf oder werde verrückt. Überall entsetztes Schreien und Rufen nach Ordnung, nach Schutz und Kontrolle.

Aber betrachten wir die Welt von fern, dann gibt es schon lange keine Ordnung mehr, steht die Welt auf dem Kopf und ist verrückt. Die Forderung nach Vergeltung und Gerechtigkeit... Auch die ist nicht neu.

Neu ist, und das erscheint uns verrückt, dass diesmal wir in unserer scheinbar sicheren Blase danach rufen müssen, dass wir uns in Angst und Schrecken versetzt sehen. Nun scheinen wir Willkür und Gewalt ausgesetzt.
Aber treten wir einen Schritt zurück, sollten wir erkennen, dass alles gerecht und logisch ist. Schon Grobi aus der Sesamstrasse hat versucht, uns das 'wenn dann' zu erklären. Und dann ist nichts überraschend. Dann passiert nichts unverhofft und plötzlich. Dann durchzieht alles ein roter Faden.

Wir haben die Wahl. Das Geschenk, das Gott uns macht. Jeden Tag wieder. Jede Sekunde unseres Seins. Wir dürfen hinschauen und demütig werden, über den Kreislauf des Immerwiederkehrenden. Wir dürfen uns zurücklehnen in der Gewissheit, dass wir aufgehoben sind in den Gesetzen der Natur. Dass Gerechtigkeit kein leeres Versprechen ist.

Die Wahl zu haben heißt, Konsequenzen zu tragen, Verantwortung zu übernehmen. Ja zum eigenen Tun und Aktzeptieren zu sagen. Erwachsen und Erwacht zu sein. Klar zu sein, Den eigenen Verstand und das eigene Herz wahrzunehmen. Und danch zu leben. Die eigene Wahrheit zu leben. Die Freiheit zu spüren, die hinter all dem steht.

Was für eine Verheißung! So viele gutgemeinte Kalendersprüche erzählen von Freiheit und von guten Gefühlen. Wir lesen sie so gern, Manche rühren uns zu Tränen.

Weil da ein Sehnen ist, etwas Unerfülltes. Weil wir alle tief in uns wissen, dass da noch mehr ist. Dass wir es könnten, wenn wir nur wollten. Immer. Zu jeder Sekunde könnten wir die Welt wieder in Ordnung bringen. Kein Mensch müsste in Angst und Schrecken leben, kein Kind müsste an Hunger sterben. Von jetzt auf gleich. Wenn wir es wirklich alle wollten! Mit ganzem Herzen und mit starkem Willen, mit einem neuen Bewußtsein und ganzer Liebe. Dann wäre das kein Problem.

Dazu müßten wir aber aus unserer Komfortzone treten, es wäre erstmal unbequem. Und vor allem würden wir Angst und Ego begegnen. In Reinkultur. Massiv und präsent. Sie würden sich massiv und unverhohlen zur Wehr setzen.

Lieber verstecken wir uns hinter Konventionen, machen es so wie immer, so wie alle. Passen uns an. Um Ausreden zu haben? Oder aus Angst vor dem Unbekannten? Wir beten halbherzig zu Weihnachten oder in schwierigen Zeiten, bitten um Hilfe. Dabei haben wir sie. Immer. In Ewigkeit.
Was ist mit 'Dein Wille geschehe', was ist mit der bedingungslosen Liebe? Was ist mit dem 'Ich glaube an den allmächtigen Gott', was ist mit 'Vater unser, der Du bist im Himmel'?
Was haben wir daraus gemacht? Wo ist der Glaube, wo ist die Gewissheit?

Sollten wir einem Vater trauen, der uns bedroht, der uns nur liebt, wenn wir in kritiklosem Gehorsam folgen? Wir würden uns wohl eher vertrauensvoll ans Jugendamt wenden.

Aus Angst vor diesem großartigen Versprechen, das unseren Verstand übersteigt, alles Vorstellbare sprengt, machen wir unsere Quelle klein und zu einem Egozentriker. Aus Angst beten wir das Bekannte halbherzig runter.

Aber mit allem Halbherzigen leugnen wir uns, mit allem 'weilmandassomacht' ignorieren wir, was in uns brennt.

So viele Menschen, die in Frieden leben möchten, die in Liebe getragen sein möchten, deren innigster Wunsch Vertrauen und Respekt sind...

Naiv wurde mein Stempel, ein müdes Lächeln ist mir schon oft begegnet. Aber ich 'sehe' das alles schon so lange. Weil es eben nicht naiv ist. Weil es die logische Konsequenz ist. Was sollte anderes geschehen, wenn Waffen wie Zuckerwatte in der Welt verteilt werden? Wenn Informationen gesteuert und kalkuliert verbreitet werden? Wie sollte die Welt anders aussehen, als genau so, wenn Menschen ausgebeutet werden für den eigenen Komfort? Wenn Länder ausgebombt werden und die Menschen sich in Sicherheit flüchten wollen? Was haben unsere Großeltern getan im und nach dem 2. Weltkrieg? Was würden wir tun? Nur weil wir nicht täglich davon hören (wollen), werden aber dennoch täglich Kinder und Frauen ermordet, verschleppt, ist Krieg überall. Wir leben im Krieg. Und wenn wir das nicht sehen wollen, finde ich, dann sind wir naiv. Die Welt ist nicht verrückt, wir sind verrückt, wenn wir das nicht sehen. Wir plündern und morden. Überall auf der Welt. Für schöne Blusen und den dekorativen Lifestyle. Aber es wird eben immer enger. Und das ist einfach nur logisch.
Wir wissen genau was zu tun wäre. Wir schauen seit den 90er Jahren mit Vorliebe Katastrophenfilme. Und schauen wir uns die Welt an - Seuchen und Naturkatastrophen sind nicht mehr nur Unterhaltung.

Die Frage ist, was fasziniert uns daran, Menschen leiden zu sehen? Was wollen wir erkennen? Unsere eigene Wohlfühlsituation? Was aber, wenn das alles Realität wäre  bzw ist? Roboter, die kognitive Fähigkeiten habe, die fühlen und denken wie ein Mensch stehen längst in den Fabriken bereit... Worüber wundern  wir uns? Wir lassen geschehen, lassen uns berieseln und ignorieren.
Und weil wir die Wahl haben, ist das in Ordnung. Aber dann haben wir die Konsequenzen zu tragen. Die Idee vom jüngsten Gericht... woher stammt sie? Nüchtern betrachtet ist sie genau das: Alles hat eine Konsequenz. Wenn - dann! Weil eben alles den Gesetzen der Natur unterworfen ist. Warum lehren wir Physik unsere Kinder, wenn wir dann doch versuchen, sie auszuschalten oder als ungültig zu ignorieren?

Ich habe Vertrauen in den Ursprung alles Seins. Das Wiederkehrende. Vielleicht befinden wir uns im Herbst und Winter, wo alles sich zerstört, die Bäume ihre Blätter vergiften, wo Kälte und Schnee über alles einen Mantel werfen. Damit im Frühling etwas Neues entstehen kann. Wo mit unbändiger Kraft und Schönheit alles in zarten Farben den Kreislauf fortsetzt. Alles von vorn beginnt.

Es braucht Zerstörung des Alten, um Neues entstehen zu lassen. Wir könnten wenn wir wollten. Dessen bin ich mir sicher. Nicht weil ich naiv bin, sondern weil uns alle die Sehnsucht nach Vollkommenheit trägt. Aber Vollkommenheit ist nicht auszumachen ohne Unvollkommenheit.
Und so versuche ich gleichmütig und in Gottvertrauen diese Zeit, in der wir sicherlich Weltgeschichte schreiben, zu erleben. Intensiv, berührt und das genießend, was wir als Geschenk derzeit noch haben - Freiheit, Wohlstand und Sicherheit. Ich bin zutiefst dankbar, wenn ich mich abends in Ruhe in mein Bett zum Schlafen legen darf. Das ist nicht selbstverständlich. Das ist ein großes Geschenk! Nichts ist selbstverständlich. Das Leben selbst ist das größte Geschenk. Und das jeden Tag aufs Neue.

Die Welt mag sich verdrehen, das Gemäuer wackelt und wird immer instabiler. Aber solange es steht, bin ich hier und dankbar für das, was in meinem Leben ist. Für Menschen, die mir nahe stehen, mit denen ich Tiefe erleben darf, die mit mir weinen und lachen, die in Zeiten der Angst und der Unsicherheit mit mir sind. Dankbar für ein kurzes Lächeln. Auch dankbar für die Menschen, die eine Herausforderung für mich sind, an denen ich wachsen kann. Dass ich alles wahrnehmen darf, in dem Vertrauen, getragen zu sein.

Ich vertraue nicht auf Konventionen. Ich hinterfrage sie. Und wenn sie sich für mich gut anfühlen, dann werde ich sie bewußt auswählen. Aber unbewußt zu sein, ist die Hölle. Dann führt etwas anderes mein Leben. Und dazu ist es mir viel zu kostbar!

Namaste! (Das schönste Wort meines Lebens - ich sehe das Licht in Dir)



PS: Eine kleine Erklärung: All das, was ich schreibe, schreibe ich aus tiefstem Herzen, beseelt und
geführt.
Ich bin ein Mensch, und damit fehlbar. Ich kenne alle Gefühle - die 'guten' und die 'schlechten'. Ich weiß, wie es besser wäre und halte mich nicht dran... Ich möchte keinen Finger erheben.
Es ist eine Energie, die ich weitergeben möchte. Jeder wird den Text anders lesen. Jeder wird anderes mitnehmen. So soll es sein!

Danke!



Donnerstag, 26. März 2015

Verbunden






Gestern war ich bei einer Beerdigung.

Es war ein trauriger Gang. Mit 45 sollte niemand sterben müssen.

Etwas verloren saß ich in der Kapelle. Verloren und traurig. Vor vielen Jahren saß ich dort schon einmal. Damals in der ersten Reihe. Dort wo ein Zettel liegt 'für die Angehörigen'. Ich hatte Angst. Angst vor der Erinnerung. Angst vor der Trauer. Angst einen Vater mit seinen beiden Söhnen am Grab der Frau und Mutter sehen zu müssen.

Aber als ich dort saß, den Tod so unmittelbar vor Augen, wurde mein Herz so leicht und dankbar. Dankbar für mein Leben mit allem, was zu mir gehört.
Ich spürte die Liebe, die sich dort zwischen all den Trauernden einen Weg bahnte, alle herzlich einlud und tröstete. Die Verbundenheit war so wahrnehmbar. C. hatte einen Samen gelegt und ist für immer da. Ich habe das noch nie so tief in mir spüren können. Es war so tiefverwurzelt. Sie sind für immer in Liebe vereint.  Denn am Ende bleibt nur die Liebe.

Liebe hat so viele Facetten. Hier begegnete sie mir in einer nie erlebten Klarheit und Reinheit. Es gab keine Eitelkeiten, keine Bedingungen. Es gab nur sie.

Vor diesem Sarg begegnete mir das Leben. Das nieendende, das immerwährende Leben. Die Freude und die Gewißheit, dass alle Begegnungen meines irdischen Lebens ein einziges Geschenk an mich sind. Mein Mann. meine Kinder, meine Freunde... es sind alle kleine Lichtpunkt auf meinem Weg in dieser irdischen Zeit. Wir treffen uns, gehen auseinander... aber wir sind in Ewigkeit verbunden. In Liebe.

Der Pastor fand respektvolle, würdige Worte. Aber dann verlas er Bibelverse. Und plötzlich stand diese Trennung im Raum. Die Bitte an Gott, sich der Verstorbenen anzunehmen, zu vergeben, uns vom Bösen zu befreien...

Mich fröstelte.

Wie sollte unsere Welt anders aussehen, wenn wir Trennung und Dualität so akzeptieren und sogar anbeten? Dieses tiefe Fühlen von Verbundenheit und Einheit in diesem Moment des Abschieds. Sollte er ein Trugschluß sein? Aber wenn ich mir die Welt ansehe, dann ist das Außen doch eine logische Konsequenz unserer inneren Haltung, unseren Bewußtseins. Wieso halten wir an Dingen fest, die uns offensichtlich nicht nützlich sind? Warum versuchen wir keine anderen Weg?

Wenn wir uns getrennt von Gott sehen, wie sollten wir uns wirklich nahe sein, wie sollten wir Verantwortung übernehmen? Wenn wir das 'Böse' dem Teufel zuschieben und das Gute bei Gott lassen, wie sollen wir uns dann mit all unseren Facetten annehmen und uns annehmen in unserer Ganzheit. Warum versuchen wir nicht, alles in uns zu erkennen und zu lieben? Wer richtet denn?

Hat Gott uns nicht bedingungslose Liebe zugesichert? Wäre er 'gut', wenn er dann tausend 'Aber' daran knüpfen würde? Wo wäre das Wahre seiner Worte, wenn er ein größeres Ego hätte als eine Mutter, die ihre Kinder doch wohl auch trotz gelegentlicher Lästereien liebt?  Wo seine Allmacht, wenn er den Teufel nicht besiegen könnte und es dennoch nicht täte, um uns auf die Probe zu stellen? Wir hatten genau solche Persönlichkeiten in unserer Geschichte. Sie konnten nur auf eine kurze Anbetungsphase zurückblicken.

Versuchen wir doch zu glauben, was wir fühlen. Dass unsere Verstorbenen nicht verschwinden. Dass sie auch 'auf der anderen Seite' ihr Leben haben werden. Dass der Tod nur eine Veränderung ist. Aber dass wir in Gott verbunden bleiben. Dass das Böse ein Teil des Lebens ist. Ich glaube, wir haben alle mal etwas unfreundliche Gedanken. Lassen wir ihnen Taten folgen oder nicht. Das ist der freie Wille.

Aber in der Liebe sind wir immer. In Ewigkeit. Ich glaube, dem Versprechen, das ich tief in mir spüre. In solchen Momenten wie gestern. In der Meditation. Oder beim Abwasch. Sie sind oft da. Und ich geniße sie jedes Mal.Und bin dankbar. Für das eine Alles.

Und auch wenn ich doch sehr mit meiner Heimat  verwachssen und verwurzelt bin und Yoga eher was für die anderen ist. ;-) so finde ich einfach kein besseres Wort als

NAMASTE

Ich sehe das Licht in Dir - und mir. Es ist dieselbe Flamme in uns allen. Vielleicht der göttliche Funke.

In Liebe,
Anke

Donnerstag, 19. Februar 2015

All of me

'Dein Blick gestern abend, der hat mich getroffen. Als ich wieder vernichtend über mich sprach, wurde mir klar, dass ich das, was Du von Herzen liebst, beleidigt und gedemütigt habe.'




Welch wunderschönes Liebeslied. Ich liebe Dich in Deiner vollkommenen Unvollkommenheit... Was für ein süßes Versprechen. Und ist es nicht das, was wir uns wie nichts auf dieser Welt wünschen? So geliebt zu werden trotz und mit allem, was wir sind?

Unfähig uns zu akzeptieren wie wir sind, versuchen wir uns zu verändern, zu beschneiden und zu verdrängen. Wir drängen uns zurück ins Dunkel. Und lassen uns oft dort stehen - allein und einsam. Mit dem tiefen Wunsch gerettet zu werden.

Dort in diesem Zustand entstehen Phantasien von der ewigen Liebe, von der Bedingungslosigkeit.

Aber wir brauchen nur einen Schritt nach vorn zu treten. Ein wenig Licht reicht doch schon. Es gibt nichts Bezaubernderes als Dein Lächeln, ein zaghafter Moment der Unsicherheit. Und es wird heller. Da ist sie - die perfekte Unvollkommenheit. Wunderschön und einzigartig.

'Ich wünschte, Du könntest Dich sehen, wie ich Dich sehe.'

Den Wunsch werde ich Dir heute erfüllen - und mir! Denn welche Kraft entsteht, wenn ich frei bin. Frei von all dem Richten und Kritisieren.

Ich fliege in den Tag - ungebremst und tadellos, geliebt und frei.

Wer kommt mit?


Anke

Dienstag, 17. Februar 2015

Von Herzen



... und wenn es aus Dir herausfließt, dann bist es Du. Dann strahlt es und wirkt. Dann berührt es und verbindet.

Unabhängig der Umstände und Szenen Deines Lebens. Wenn es aus Deinem Herzen kommt, dann machst Du sichtbar, WerDuwirklichbist. Dann wird Deine Essenz sichtbar, fühlbar.

Das bist Du uns schuldig. Du mußt uns berühren, bereichern, wirken und strahlen. Für uns. Wir wollen Dich sehen - von Herz zu Herz.

Seid sichtbare Liebe,

Anke