Freitag, 5. März 2010

Sonnenschein


In dem Moment, an dem die Sonne wieder scheint, sind Dunkelheit und Kälte vergessen. Das helle Licht und die ausstrahlende Wärme ziehen alle Aufmerksamkeit auf sich.

Einige freuen sich und genießen die Sonne, andere warten ängstlich erstmal ab, ob die Sonne auch wirklich die Dunkelheit ablöst, und wieder andere sind mit anderen Dingen zu sehr beschäftigt, sich von der Helligkeit ablenken zu lassen.

Und alle haben recht! Jeder tut in seiner Lebenssituation das richtige. Wir können uns auffordern auch mal die jeweils andere Sicht zu probieren. Ein Neugieriger läßt sich darauf ein. Aber es nicht zu tun, ist genauso gut.


Wir reagieren immer auf dem Gewohnten - ob uns das recht ist oder nicht. Unbewußt sind wir Opfer und Täter zugleich. Deshalb ist es wichtig, dahin zu sehen, was das Licht gerade bestrahlt. Das was im Dunkeln lag, wird geblendet und plötztlich sichtbar, kaum zu übersehen. Wenn man ein wenig wartet, schließen sich die Pupillen und man kann genauer hinsehen und das, was da liegt ins Bewußte hineinziehen. Um den Kreislauf zu unterbrechen, ist es hilfreich, das Verborgene oder Vergangene anzusehen, denn es war ein Meilenstein auf dem Weg oder vielleicht auch nur ein kleiner Kiesel. Auf jeden Fall hat er eine Botschaft, eine Erklärung bzw. Klärung. Um weitergehen zu können, dürfen wir die Botschaft mitnehmen und weitergehen.
Nun lebt uns das Dunkle nicht mehr, sondern ist befreit und transformiert.

Aber es ist auch in Ordnung und genauso gut, wenn wir so weitermachen, wie wir es kennen. Es erfordert Mut und Kraft, hinzusehen um Änderung zu erlangen.

Sapere aude! hat Kant folgendermaßen übersetzt: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Denn wie sonst können wir uns Licht zeigen? Jeder ist einzigartig und besonders. Aber das zu leben erfordert Mut und Kraft, Selbstbewußtsein und Liebe. Wir leben in einer Zeit, in der wir uns alle immer 'gleicher' machen - innerlich wie äußerlich. Wir schieben uns in Schubladen - jeder Gedanke wird einer Gruppe zugeordnet. Wir 'beschneiden' uns nicht nur innerlich sondern auch äußerlich (für mich keine große Überraschung!). Unsere persönlichen Merkmale verschwinden immer mehr.
Und sehnen uns doch nach immer währender Bestätigung und Anerkennung.
Unser Unterhaltungsprogramm muss immer vielfältiger werden und wir selbst berauben uns unserer Unterschiede. Und dann fallen ein paar Strahlen auf die Narben...

Nehmen wir Camouflage oder schauen wir uns an, was dort geschmerzt oder gestört hat?
Auch eine Narbe kann etwas ganz besonderes sein.

Die Sonne, das Licht tun gut, nach dieser langen dunklen und kalten Zeit. Ich lasse sie in mein Leben, in mein Haus. Und ich genieße!
Hätte ich meine Vergangenheit nicht beleuchtet, würde ich heute Kälte erwarten, mit dramatischen und verheerenden Ereignissen. ;-))

Ich wünsche Euch ein mutiges Wochenende,
Anke

... und ein dickes Dankeschön an Esther! *knutschikowsky*

Kommentare:

  1. Ich danke Dir!
    *knutschikowsky* ;o)

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  2. danke für diese wunderbaren worte....

    herzlichen gruß und einen schönen sonntag

    artista

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