Freitag, 30. Januar 2009

Abschied


Eben kullerten noch einmal die Tränen über den Verlust der Lehrerin...

Und plötzlich standen sie alle hier im Raum, all die Lieben, von denen es schon galt sich zu verabschieden. Und all die Verzweiflung, die Wut, die Trauer und die Zerstörung gesellten sich dazu. Das fassungslose Fragen nach dem Sinn eines Treffens, das die Schwester Abschied immer im Schlepptau hat.

Ich finde und finde keine Antwort. Und ich stelle diese sinnlose Frage immer und immer wieder - ohne Hoffnung auf eine befriedigende Antwort. Das, was ich liebgewonnen habe, möchte ich nie mehr hergeben. Die Zeit soll stillstehen! Es soll so bleiben - obwohl ich weiß, dass es so nicht funktioniert, dass das Leben in sich Veränderung ist, dass täglich meine Zellen sterben und sich erneuern. Ja, ich weiß, dass es den ewigen Kreislauf gibt. Und ja, ich liebe den Wechsel der Jahreszeiten. Mein Verstand weiß das alles. Aber mein Herz tut sich schwer damit. Meine kleine Welt soll bestehen bleiben - in diesem ewigen Kreislauf, im Wechsel der Jahreszeiten.

Wenn der Schmerz schon sein muss, dann soll ihm die allergrößte Freude folgen. Darauf warte ich noch.
Plötzlich steht in der Tür schemenhaft erkennbar die Hoffnung. Oh, und bei genauerem Hinschauen folgt ihr auch die Liebe. Sie stehen noch schüchtern an den Rahmen gedrückt. Ich bitte sie hinein - und stelle sie all meinen verstorbenen, verlassenen Lieben vor. Mit schweren Herzen beobachte ich das Schauspiel, die gegenseitige Akzeptanz, die Umarmungen, die Freude, ihr Lachen und die Segnungen, das Verzeihen und das Gehenlassen. Ich sitze immer noch zusammengekauert da - und kann es nicht. Alle gehen fröhlich ihren Weg. Bis nur noch die Hoffnung und die Liebe bleiben. Sie bitten mich, mich zu erheben. Sie sehen meinen Schmerz und bleiben solange um mich, bis die Wunden verheilt sind.

Ich hoffe, dass ich es irgendwann verstehen werde. Dass mein Herz verstehen lernt, dass jedes Ende auch immer der Anfang von etwas Neuem ist. Es tut sich schwer damit, aber die Hoffnung ist noch bei mir...

In Gedenken an all jene, von denen mir der Abschied so unendlich schwer fiel!

Kommentare:

  1. Ich sitze hier mit einer Gänsehaut! Worte habe ich jetzt keine...

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  2. Kann dich gut verstehen,
    auch wir mussten in diesem Jahr zahlreich Abschied nehmen

    von lieben Menschen
    weil die Zeit nicht still stehen kann...

    alles Liebe dir
    und ein paar positive Gedanken

    Gabriele

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